Dr. Tilo Gewiese

QWB - Qualitätsberater für Wertvolle Bildung

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FMEA: Allgemeines

Die Fehler-Möglichkeits- und Einfluss-Analyse (FMEA) hat als Methode des präventiven Qualitätsmanagements die Aufgabe, potenzielle Fehler, deren Ursachen und Folgen systematisch aufzudecken, zu bewerten und ggf. mit Gegenmaßnahmen zu versehen.
Damit schafft sie im Unternehmen sowohl auf Ebene der Führungskräfte als auch in der Arbeiterschaft ein Bewusstsein darüber, was geschieht, wenn Fehlerfolgen bei Kunden auftreten und welche Auswirkungen dies für Kunden und Unternehmen haben kann. Weil die Fehlerfolgen anhand ihrer Bedeutung für den Kunden in der B-Bewertung einer FMEA eingeschätzt werden müssen, entsteht zudem eine gewisse Sensibilität gegenüber Risiken, die mit dem unternehmerischen und dem eigenen persönlichen Handeln verbunden sind.

Dazu gehört das Wissen darüber, wie wahrscheinlich Fehlerursachen auftreten und wie wahrscheinlich diese Ursachen entdeckt werden können. Beide Wahrscheinlichkeiten werden unter Berücksichtigung jeweils vorhandener Vermeidungs- oder Entdeckungsmaßnahmen mittels der A- und E-Bewertung eingeschätzt. Die A-Bewertung bezieht sich auf die Auftretenswahrscheinlichkeit und zugehörige Vermeidungsmaßnahmen, während sich die E-Bewertung auf die Entdeckungswahrscheinlichkeit und zugehörige Entdeckungsmaßnahmen bezieht. Zusammen mit der B-Bewertung ergibt sich als Produkt die Risikoprioritätszahl (RPZ). Es gilt, diese mittels zeitlich verbindlich festgelegten Maßnahmen von Verantwortlichen zu minimieren, d.h. zu optimieren.

Im Allgemeinen besteht eine FMEA somit aus den folgenden 5 Schritten:

  1. Strukturanalyse (Zerlegung des Systems in Systemelemente),
  2. Funktionsanalyse (zu den Systemelementen gehörige Funktionen zu erfassen),
  3. Fehleranalyse (zu den Funktionen die Fehlfunktionen, deren Fehlerursachen und Fehlerfolgen bestimmen),
  4. Maßnahmenanalyse (den Ist-Zustand der betrachteten Zusammenhänge bewerten; B-, A- und E-Bewertung sowie vorhandene Entdeckungs- und Vermeidungsmaßnahmen erheben),
  5. Optimierung (Maßnahmen definieren und umsetzen: Wer, Was, Wann; sowie neu erreichte Ist-Zustände bewerten).